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Populäre Sachbücher, Philosophie und Wissenschaft "für jedermann"

Dienstag, 19. März 2019

Kampf oder Untergang?

Noam Chomsky ist einer der weltweit bekanntesten linken Intellektuellen und seit den 1960er Jahren einer der prominentesten Kritiker der US-amerikanischen Politik. In seinem Buch "Kampf oder Untergang" äußert er sich sehr kritisch:

"Ich denke, dass das menschliche Überleben auf dem Spiel steht. Die ersten Opfer sind – wie so oft – die Schwächsten und Verletzlichsten. Das wird auf den Klimagipfeln immer wieder deutlich. Die Aussichten diesbezüglich sind schlecht. In der Zukunft – falls es eine geben wird – werden sich Historiker erstaunt fragen, was hier los gewesen ist. Jene, die etwas gegen die Katastrophe unternehmen wollen, gelten als »primitive« Gesellschaften: Es sind die indigenen Bevölkerungen Kanadas und Südamerikas und andere Völker der Welt. [...]  Jene, die unermüdlich damit beschäftigt sind, uns in den Abgrund zu stürzen, sind die reichsten und mächtigsten Gesellschaften der Welt, und sie haben unvergleichbare Vorteile gegenüber den Schwachen, wie man am Beispiel der Vereinigten Staaten und Kanada sieht. Sie handeln nicht rational, sondern tun das Gegenteil. Es hat am ehesten mit der verrückten Rationalität in einer »wahrhaftig existierenden kapitalistischen Demokratie« zu tun."
"Sobald es um den Klimawandel geht, der wichtigsten Frage in der Geschichte der Menschheit, meinen vierzig Prozent der Bevölkerung [der USA], dass das Ganze kein Problem sei, da Christus ohnehin in den nächsten Jahrzehnten zurückkehren werde. Das ist nur ein Symptom von vielen, das die vormodernen Eigenschaften der Kultur und Gesellschaft hierzulande deutlich macht."

Sonntag, 17. März 2019

Die überfällige Debatte über KI



Andrian Kreye nennt es in der Süddeutschen Zeitung lakonisch „Dieüberfällige Debatte“, denn „Die Diskussion um künstliche Intelligenz müssen Geistes- und Naturwissenschaften gemeinsam führen.“ Sie müssen sich gemeinsam Gedanken darüber machen, was für Auswirkungen es auf die Gesellschaft und den Menschen haben wird, wenn Maschinen selbständig lernen und Entscheidungen fällen können.
Die EDGE Foundation bringt unter dem Titel „Possible Minds: 25 Ways of Looking at AI“ Gespräche mit 13 hochkarätigen US-amerikanischen Intellektuellen zum Thema KI.

Donnerstag, 14. März 2019

Chomsky warnt vor „positiver Rückkopplung“


Noam Chomsky ist emeritierter Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology (MIT), einer der weltweit bekanntesten linken Intellektuellen und seit den 1960er Jahren einer der prominentesten Kritiker der US-amerikanischen Politik. Er schreibt in seinem Buch „Kampf oder Untergang!: Warum wir gegen die Herren der Menschheit aufstehen müssen“:

"Es ist unübersehbar, dass diese Generation zum ersten Mal in der Geschichte des Homo sapiens Entscheidungen treffen muss, die das Schicksal der organisierten, menschlichen Gesellschaft bestimmen und vieles vom Rest des Lebens auf der Erde. Dies begann schon mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und führte uns in das Atomzeitalter – eine Epoche, in der die menschliche Intelligenz Technologien mit dem Potenzial entwickelt hat, uns alle auszulöschen. Jene, die mit der schrecklichen Geschichte vertraut sind, werden wissen, dass es an ein Wunder grenzt, dass wir nach zahlreichen Unfällen und rücksichtslosen Aktionen von führenden Politikern bis jetzt überhaupt überlebt haben. Wir können nicht erwarten, dass derartige Wunder sich einfach fortsetzen und wiederholen. 1945 trat die Welt in eine neue geologische Ära ein, das Anthropozän. Diese Epoche ist geprägt von menschlichen Aktivitäten, die die Umwelt stark schädigen."

Dienstag, 12. März 2019

Moralische Killermaschinen

Nachdem schon kluge Leute darüber nachdenken, ob und wie man autonomen Fahrzeugen "Moral" beibringt (z. B. bei der Wahl, im Falle eines Unfalls eine Oma oder einen Obdachlosen zu überfahren), muss man das natürlich auch für autonome Waffen tun.
Zitat:

So trefflich es sich darüber streiten ließe, ob kriegerische Handlungen überhaupt jemals „menschlich“ oder „moralisch“ sein können, so eindeutig ist es, dass die Übertragung der Verantwortung auf einen Algorithmus – wie mathematisch sicher dieser auch scheint – eine gefährliche Werteverschiebung mit sich bringen würde.

Das und vieles mehr steht im IPG-Journal "Wenn Roboter Kriege führen"

Sonntag, 10. März 2019

Haben Maschinen Gefühle?

Dieser Beitrag aus der FAZ stellt eine interessante Behauptung auf: Jürgen Schmidhuber, zu dem die Roboter "Papa" sagen würden, ist einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet. Er gibt als Beispiel an. „Man könnte dann sagen: Jetzt hat der Roboter Angst.“ Aber ist eine von außen sichtbare Vermeidungsstrategie auch der Spiegel eines inneren "Gefühls"? Und was ist das überhaupt, biotechnisch gesehen?
Lesen Sie mehr darüber in meinem neuen Buch!

Freitag, 8. März 2019

Wohin führt KI die Menschheit?



Die KI hat Fortschritte gemacht, die niemand für möglich hielt. Aber ähnelt das nicht dem Versuch, auf einer Leiter zum Mond zu kommen? Und wenn es eine neue Technik gibt (neuerdings sagt man „Technologie“ dazu) – wie z. B. die neuronalen Netze –, ist sie dann im Vergleich nicht vielleicht nur ein Flugzeug, das auf die (menschliche Denk-)Atmosphäre beschränkt ist? Vielleicht erfinden wir die Mondrakete nie und erreichen nie den Mond der „außerirdischen Intelligenz“? Aber wir sollten in dem Zusammenhang an „Amaras Gesetz“ denken: „Wir neigen dazu, die kurzfristige Wirkung einer Technologie zu überschätzen und die langfristige Wirkung zu unterschätzen.“ Viele Fachleute halten heutige Erwartungen wie Ängste angesichts der Fortschritte in der Entwicklung der KI für überzogen. Doch auch hier gilt der alte Kalauer: Prognosen sind schwierig, besonders für die Zukunft.

(Ausschnitt aus "Digital - Wie Computer denken")

Mittwoch, 6. März 2019

Täglich liest man etwas über Digitalisierung

DER SPIEGEL schreibt "Autonome Waffen außer Kontrolle"


Zitat:

Womöglich hat das neue Wettrüsten bereits begonnen. Seit Jahren übertreffen sich China und die USA mit Plänen, wie sie Vorreiter auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) werden wollen. Das allein wäre vielleicht unproblematisch. Ein Teil der angekündigten Investitionen dürfte aber in autonome Waffen fließen - auch bekannt als Killerroboter.

Nun entscheiden Maschinen über Leben und Tod und ein paar Leute könnten riesige Roboterarmeen erschaffen, aber „Kriege sind das genaue Gegenteil von vorhersehbar“. Also, so DER SPIEGEL, ist es eine Frage der Verantwortung, ob wir das zulassen wollen. Inzwischen haben sich 28 Staaten für ein umfassendes Verbot von KI in Waffen ausgesprochen. Aber unter anderem blockieren die USA, Russland, Großbritannien, Australien, Südkorea und Israel die Verhandlungen der Uno über Regeln für den Einsatz der Waffen.