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Samstag, 8. September 2012

Don Quijote, aufgeschraubt (1)


Jens Jürgen Korff (M. A.) ist freiberuflicher Werbe- und Webtexter im Raum Bielefeld, der auch in Philosophie und Zeitgeschichte unterwegs ist. Er ist Co-Autor des Buches „Lügen mit Zahlen. Wie wir mit Statistiken manipuliert werden.“, wo er auch einen passenden Blog führt. Also ein Mann mit scharfer Zunge und scharfer Meinung. Kein Wunder, dass er sich den Don Quijote“ vorgenommen hat!


Schon zum Titelbild fällt ihm eine Menge ein:

Da stehen sie, die beiden merkwürdigen Helden aus dem kargen spanischen Hinterland: der hagere Don Quijote, der sich den bettpfannenartigen Helm auf dem Kopf festhält und über ein eingebildetes Unrecht empört, während seine weit hinausragenden Schnurrbartspitzen zittern; rechts neben ihm, einen guten Kopf kleiner, sein beleibter Diener Sancho Pansa, der beruhigend auf ihn einredet; und bei ihnen das klapprige Pferd und der kecke Esel. Sie stehen auf einer Wiese am Meer, hinter ihnen die unvermeidliche weiße Windmühle, wie aus einem spanischen Ferienprospekt ausgeschnitten – und dann die beiden Anachronismen: links am Horizont des Meeres ragt eine Bohrinsel aus dem Dunst, und rechts, vor der Windmühle, wartet ein himmelblauer Renault 4. Eine geniale Idee von Jürgen Beetz, die beiden weltbekannten Renaissance-Figuren bis heute weiterleben zu lassen und ihnen die ganzen alten und modernen Streitfragen zwischen Philosophie und Wissenschaft in den Mund zu legen, die sie in einem ständigen platonischen Dialog austragen, während sie mit einem R4 und einem Moped durch das heutige Spanien rattern und Probleme des Alltags meistern. Klar, dass der weltfremde Don Quijote, schon damals ständig in ethische Problemstellungen verwickelt, den Part der Philosophie übernimmt, und dass sein Diener, seinerzeit permanent mit praktischen und sinnlichen Fragen beschäftigt, den Part der Wissenschaft vertritt. Fragt sich nur noch, welche der 20-30 geläufigsten Wissenschaften Beetz unter dem Kollektivbegriff »die Wissenschaft« behandeln wird.

Nun, das hat „jjk“ gut erfasst. Aber einige grafische Leckerbissen hat er übersehen. Finden Sie sie, liebe Leser? Dann hinterlassen Sie doch einen Kommentar!


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