Autor

Populäre Sachbücher, Philosophie und Wissenschaft "für jedermann"

Mittwoch, 22. August 2012

Das passt! (Mini-Leseprobe aus "1+1=10")


Kannte Gerald Hüther schon mein Buch?


Aus SPIEGEL-online vom 21.08.2012: 

Schulkritiker Gerald Hüther "In jedem Kind steckt ein Genie"


Alle Kinder haben das Zeug zum Überflieger, sagt der Hirnforscher Gerald Hüther. Die meisten Lehrer wissen nur nicht, wie sie das Genie aus ihren Schülern herauslocken sollen.

Hüther: … Bisher ging man davon aus, dass diejenigen, die Mathe nicht können, dafür eben unbegabt sind. Es gibt aber kein Einstein-Gen. … Das Gehirn entwickelt sich so, wie man es mit Begeisterung benutzt. Ein Kind verliert die Lust an Mathe, wenn ihm jemand deutlich macht, dass es zu blöd dafür ist

War Eddi Einstein also ein "Potentialentfaltungscoach"? Oder sein Kumpel Rudi Radlos, der die Kinder des Dorfes unterrichtete? Schauen wir in meinem Buch nach:

Rudi Radlos hatte wieder einmal zu tief in den Bierbecher geschaut, wie man damals zu sagen pflegte. Aber man sagte auch: „Wer saufen kann, muss auch arbeiten können!“ Deswegen hatte er sich in die Dorfschule geschleppt, wo es seine Aufgabe war, die Kinder in den wichtigsten Dingen des Lebens zu unterrichten. Bildung und Wissen haben noch nie geschadet, das war den Menschen damals schon klar. Konsequenterweise gehörte auch Rechnen zum Lehrplan – ein Gebiet, auf dem sich besonders der neunjährige Karli hervortat. Aber Rudi war heute wirklich nicht danach – und so stellte er ihnen die Aufgabe, die ersten 100 natürlichen Zahlen zusammenzuzählen. Das würde eine geraume Weile dauern und er könnte – Konzentration und Wachsamkeit vortäuschend – die Augen schließen.
„Färtich!“, krähte der kleine Karli. Ruckartig richtete Rudi sich auf. Es waren kaum Minuten vergangen. „Und was kommt heraus?“, fragte er streng und willens, einen falschen Alarm sofort zu bestrafen. „5050“, sagte Karli und Rudi zuckte zusammen. Das Ergebnis war richtig. Es musste ein Zufall sein… „Dann nimm noch 100 dazu!“, befahl er und schloss die Augen wieder. Nun würde er ein wenig länger Ruhe haben.
„Färtich!“, krähte der kleine Karli kurz darauf, „20100 kommt heraus.“ Rudi, der die Zahlen vor längerer Zeit mühsam addiert hatte, um sie seinen Standardaufgaben hinzuzufügen, sprang auf, als hätte ihn eine Schlange gebissen. „Verschwinde, du Penz!“, schrie er und konnte doch ein Grinsen nicht unterdrücken.
„Der Kerl ist ein Genie! Er wird es mal schwer haben im Leben.“, sagte er später zu Eddi. Der widersprach: „Verstand ist keine Behinderung. Aber wie hat er das gemacht?!“

Nein, das ist kein Kinderbuch! Es kommt ernsthafte Mathematik darin vor, z. B. was Karli entdeckt hatte (Ausschnitt aus der Korrekturfahne):


Keine Kommentare:

Kommentar posten