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Donnerstag, 8. August 2019

Ja, aber ...


Markus Lanz fragt eine Klimaschutzaktivistin, wie denn der Individualverkehr der Pendler auf dem Lande ohne Verbrennungsmotoren bewältigt werden soll. Dunja Hayali konfrontiert Robert Habeck mit drei von Klimaschutzmaßnahmen Betroffenen. Eine ist Vorsitzende der Gewerkschaft in einer Braunkohlenförderung. Sie verweist darauf, dass in der Nachbarschaft in Polen ein neues Kohlekraftwerk entstehe, während in der Lausitz die Braunkohleverstromung aus Grünen-Sicht lieber schneller als geplant beendet werden solle. Der zweite ist Landwirt und sein Schweinemastbetrieb arbeitet nur unter erheblichem CO2-Ausstoß profitabel. Der Dritte ist der Chef des Flughafens Hannover und argumentiert gegen eine Kerosinsteuer - dann würden Flugzeuge halt im Ausland betankt. Allen Klimaschützern (was immer das ist) werden immer Kosten, Arbeitsplätze, individuelle Freiheit und Verzicht vorgehalten.


Die Titanic sinkt. Der Kapitän schickt die Passagiere in die Boote. "Ja, aber dann wird doch mein Kleid nass." "Ja, aber mein Nachbar geht ja auch nicht." "Ja, aber Sie können mir doch nichts vorschreiben!" "Ja, aber ich habe doch für die ganze Reise bezahlt!"

Wenn wir nicht wollen, dass unsere Kinder uns mehr verfluchen als wir unsere Eltern, die das Dritte Reich ermöglichten, dann müssen wir handeln. Das heißt verzichten, zahlen, zurückstecken, ertragen ... aufhören, so zu leben, wie wir es tun. 

Nachtrag: die jährlichen Ressourcen der Erde waren am 29. Juli aufgebraucht (Earth Overshoot Day)

Dazu schreibt die SZ: "Ein bisschen Verzicht reicht nicht" „Es steht nicht gut um die Erde“, steht dort, denn „weltweit stehen Böden, Wälder und Feuchtgebiete vor allem durch die Nahrungsmittelpro-duktion unter enormem Druck. In vielen Regionen droht Wassermangel, es besteht akute Waldbrandgefahr, einst fruchtbare Weiden verwandeln sich in Wüsten, der Permafrost schmilzt und Ernten sind auch nicht mehr sicher. Das macht Angst. Und es macht wütend: auf die Menschen, die es so weit haben kommen lassen, sich selbst eingeschlossen, und auf die, die noch immer "Ja, aber ..." sagen, wenn es um Klimaschutz geht.“

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