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Mittwoch, 7. August 2019

KI = "künstliches Bewusstsein"?


Die NZZ bringt ein Interview mit dem britischen Schriftsteller Ian McEwan, der in „Maschinen wieich“ einen Androiden mit Bewusstsein beschrieben hat. Überflüssig zu sagen, dass das auch in „Digital. Wie Computer denken“ umfassend behandelt wird. 


Zwei Zitate:

„Bei öffentlichen Auftritten fragen mich Leute: «Weshalb interessieren Sie sich für Naturwissenschaften?» Die Frage erscheint mir ebenso dumm wie die Frage: «Weshalb interessieren Sie sich für Literatur?» Oder: «Weshalb interessieren Sie sich überhaupt für irgendetwas?»“

„Abgesehen von den grossen Problemen wie Klimawandel und der Möglichkeit eines Nuklearkriegs liegt die grösste Herausforderung meiner Meinung nach jedoch in der Frage: Was geschieht, wenn wir Maschinen herstellen, die intelligenter als wir selbst und die dem Menschen zudem in moralischer Hinsicht überlegen sind? Und was geschieht, wenn diese Maschinen an der nächsten Generation ihrer Konstruktion mitarbeiten und die ganze Sache über unseren Verstand hinauszuwachsen beginnt? Wir werden uns Gewissheit darüber verschaffen müssen, wo wir aufhören und sie beginnen. Aber diese Fragen bleiben vollkommen offen, weil die Vielzahl der Möglichkeiten in mathematischer Hinsicht kolossal ist und unsere Technologien und die Auswirkungen, die sie auf unser Leben haben, eine Komplexität erreicht haben, die Vorhersagen völlig unmöglich macht.“

Und schließlich:
"Wir müssen uns im Klaren darüber sein, wie weit wir die Kontrolle über unser Leben bewahren wollen. Über die Art und Weise, wie wir das Leben für uns selbst beschreiben und welche Rolle die Literatur dabei spielt. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass unsere Existenz von der gewaltigen Revolution, die wir durchleben, nicht mehr getrennt werden kann. Die künstliche Intelligenz ist nur ein Aspekt des gesamten digitalen Augenblicks. Wir hätten uns niemals vorstellen können, welchen Einfluss das Internet auf unsere Politik haben würde. Dass es einen amerikanischen Präsidenten ins Amt heben würde. Wir befinden uns also in einem freien Fall, den wir zum Teil unserer eigenen Cleverness verdanken. Unserer technischen Cleverness, die so viele mögliche Zukünfte erzeugt, dass wir darüber keine Vermutungen mehr anstellen können."



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