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Populäre Sachbücher, Philosophie und Wissenschaft "für jedermann"

Samstag, 15. Februar 2014

Buchauszüge in "Springer }essentials{"

In der eBook-Reihe "Springer }essentials{" bringt der Wissenschaftsverlag Auszüge oder Kurzfassungen aus anderen Werken, aber auch kompakte Neuschöpfungen.


Der Verlag schreibt: 

"Springer Essentials sind innovative Bücher, die das Wissen von Springer DE in
kompaktester Form anhand kleiner, komprimierter Wissensbausteine zur Darstellung bringen. Damit sind sie besonders für die Nutzung auf modernen Tablet-PCs und eBook-Readern geeignet. In der Reihe erscheinen sowohl Originalarbeiten wie auch aktualisierte und hinsichtlich der Textmenge genauestens konzentrierte Bearbeitungen von Texten, die in maßgeblichen, allerdings auch wesentlich umfangreicheren Werken des Springer Verlags an anderer Stelle erscheinen. Die Leser bekommen „self-contained knowledge“ in destillierter Form: Die Essenz dessen, worauf es als „State-of-the-Art“ in der Praxis und/oder aktueller Fachdiskussion ankommt."

Dort werden in diesem Jahr Auszüge aus "1+1=10. Mathematikfür Höhlenmenschen" erscheinen. Der erste Titel "Algebra für Höhlenmenschen und andere Anfänger" (Untertitel "Eine Einführung in die Grundlagen der Mathematik") wird das Kapitel 1 des Buches sein.


 

Dienstag, 21. Januar 2014

Nobody is perfect

Ich freue mich über eine positive Rezension meines Buches "1+1=10 - Mathematik für Höhlenmenschen" Aber es gilt der alte Satz:
Nachlässigkeiten zum Teil, zum Teil auch "dicke Hunde". Der Verlag hat eine Errata-Liste online gestellt, die man hier findet (rechte Spalte unter „zusätzliche Informationen“) .

Trotz größter Sorgfalt und der gründlichen Durchsicht durch zwei Fachlektoren ist es passiert... tut mir leid!


Montag, 23. Dezember 2013

Atomphysik und Kosmologie

Die "Mikrowelt" und die "Makrowelt" unterscheiden sich nicht nur deutlich von unserer "Mittelwelt", in der wir leben --- sie sind auch noch komplementär.
In meinem neuen Buch wird das mit den Karikaturen am Kapitelanfang sehr deutlich dargestellt:



Samstag, 21. Dezember 2013

Verwaistes BLOG? [:(]... Mitnichten!! [ :)]

Ja,
hier ist lange nichts passiert. Tut mir leid. Ein "zu früh verstorbener" Laptop einerseits, ein neues Buchprojekt andererseits sind die Gründe.

Demnächst mehr...

Dienstag, 20. August 2013

DQ & SP Detailkritik (8)



Lesen Sie heute – wieder nach einer etwas längeren Pause („Sommerloch“) –, was Jens Jürgen Korff zum siebten Kapitel des „Don Quijote & Sancho Pansa“ im Einzelnen zu sagen hat!


Der Inhalt in Kurzfassung: 




Zum 7. Kapitel: Wahrheit und Erkenntnis

157: Don Quijote könnte eigentlich auch mal ein Gedankenexperiment anregen.
Vorsicht bei Archimedes! Don Quijote hat ihn selber schon erwähnt, in einer Stelle, wo es um den festen Punkt ging, von dem aus man die Erde aus den Angeln heben kann. Etwas unglaubwürdig, dass ein Philosoph nicht weiß, wer Archimedes war. 

158: Don stellt sich immer wieder unwahrscheinlich dumm an. Es gibt sicher Leute, die so dümmlich argumentieren. Aber das sind in der Regel keine Philosophen. 

159: Sanchos Prinzip, Theorien dadurch zu verifizieren, dass man funktionierende Technik findet, die auf der jeweiligen Theorie basiert, erscheint mir einerseits ziemlich pfiffig; andererseits aber nicht unproblematisch. Es dürfte auch funktionierende Techniken geben, die auf falschen Theorien aufgebaut wurde. Zum Beispiel Kalender und Navigationsgeräte, die auf dem ptolemäischen Weltbild aufgebaut waren und funktionierten. Auf jeden Fall gibt es das im sozialen Bereich, bei Herrschaftstechniken. Die Theorie des Gottesgnaden­tums von Herrschern hat als Herrschaftstechnik jahrhundertelang sehr gut funktioniert.

162: Dons Ausführungen über verschiedene Wirklichkeitstheorien verdienten es, weiter ausdiskutiert zu werden. Sanchos Einwand über ein unverständliches Zitat der radikalen Konstruktivisten erscheint mir undurchsichtig. Naja, vielleicht sollte ich schweigen.

163: Die Computermetapher mit den Pixeln erscheint mir hier eher irreführend. Einmal mehr wird das Medium mit der Botschaft verwechselt. Wir nehmen keine Bildpunkte war, sondern komplette Bilder. Und unser Gehirn bildet bestimmt keine Kategorien, ehe es Begriffe gebildet hat. Der Prozess dürfte umgekehrt verlaufen: Wir bilden zuerst Begriffe und teilen sie erst dann in Kategorien ein. Der Erkenntnisfortschritt verläuft vom Einzelnen zum Gesamten, vom Konkreten zum Abstrakten. Sobald wir gelernt haben, dass wir mit Bäumen irgendetwas zu tun haben – sei es, dass sich uns nützlich, sei es, dass sie uns gefährlich sein können, sei es, dass sie uns einfach erfreuen – bilden wir einen Begriff Baum, damit wir uns über unsere Erfahrungen austauschen können. Dieser Begriff wird wahrscheinlich zunächst von einer Durchschnittsform oder einer besonders häufigen Form geprägt. Dass Sonderformen wie zum Beispiel besonders hohe, spitze Bäume ebenfalls Bäume sind, erkennt man erst später.
Ich weiß nicht, warum Don Quijote immer auf den elektrischen und chemischen Signalen herumreitet. Der Baum existiert als Lebewesen außerhalb von uns, und der existiert als Bild in unserem Gehirn. Dass er unterwegs zwischen Auge und Gehirn kurzzeitig die Form von elektrischen Signalen hatte, spielt dabei überhaupt keine Rolle. So wenig wie die Technik der Papierherstellung den Inhalt des Buches und mein Verständnis dieses Inhalts beeinflusst.

164: Hier darf ich Sancho Pansa einmal mit seiner eigenen Frage von Seite 158 traktieren: Was weißt du denn von Paul Feyerabend und seinem Buch »Anything Goes – Wider den Methodenzwang«? Doch wohl grade mal das Schlagwort, das du brauchst, um dein Dogma über die postmoderne Beliebigkeit zu bestätigen.
Don zitiert einen interessanten Gedanken von Meister Eckhart: Auch emotionale Zustände gehören zur Wirklichkeit, weil sie eine Wirkung haben. Was folgt daraus? Das bleibt leider undiskutiert, weil Sancho sofort wieder seiner Idiosynkrasie frönen darf, sobald ein Unbefugter das Wort Quantenphysik in den Mund nimmt. (Ähnlich reagieren übrigens Nietzsche-Verehrer, wenn ich oder andere Unbefugte das Wort »Sklavenmoral« in den Mund nehmen.)

167 oben: Die Frage, ob wir die Wirklichkeit nur in unserem Kopf erschaffen, oder ob sie draußen existiert, ist nun wirklich eine Frage, die primär Don Quijote beantworten sollte.

169: Beim Thema Schwarmintelligenz und Massenwahn scheint mir einiges durcheinander zu gehen. Die historische Erfahrung zeigt in der Tat, dass Widerstandskämpfe gegen Diktaturen nur dann Erfolg versprechend sind, wenn sie sich auf Meinungen stützen, die zumindest insgeheim relativ weit verbreitet sind. Der Massenwahn in Diktaturen hat mit demokratischen Abstimmungen überhaupt nichts zu tun. Es ist eher genau das Gegenteil davon – schließlich sind Diktaturen das Gegenteil von Demokratie. Es schimmert hier ein prinzipielles Misstrauen gegen die Demokratie durch, das der Philosoph mit dem Physiker zu teilen scheint. Die Konsenstheorie der Wahrheit nach Habermas setzt den offenen und freien Diskurs voraus, ist also mit diktatorischen Verhältnissen überhaupt nicht vereinbar. Es ist insofern tatsächlich keine Sache der demokratischen Abstimmung, weil ein Konsens erst dann vorliegt, wenn eine Meinung nach offener und kontroverser Debatte von einer sehr großen Mehrheit der Menschen geteilt wird. 

171: Sancho doziert: »Wer seine Gewissheiten für wahr hält, ist intolerant. Dogmatismus… ist die Gewissheit, besser zu wissen als alle anderen, was richtig und was falsch ist.« Und was ist jetzt mit dem Archimedes-Prinzip, das dafür sorgt, das Schiffe schwimmen; dem Bernoulli-Effekt, der dafür sorgt, dass Flugzeuge fliegen usw. – lauter Gewissheiten, die Sancho auf Seite 158 aufgeführt hat und offensichtlich für wahr hält? Ist er also intolerant? Nein, sondern das bedeutet: So kann der Satz nicht stehen bleiben. Auch die Dogmatismus-Definition erscheint mir zweifelhaft. Ein Dogma ist eine Meinung, die nicht der Kritik ausgesetzt wird; die sich dem offenen Meinungsstreit entzieht. Eine Gewissheit dagegen ist eine Meinung, die sich bereits in zahlreichen Debatten bewährt hat. In diesem Sinne kann ein Dogma gar keine Gewissheit sein. Eine Wahrheit wäre schließlich nach der Konsenstheorie (die in ähnlicher Form ja schon von Aristoteles vertreten wurde) eine Gewissheit, die von einer sehr großen Mehrheit derjenigen, die sich mit der Frage diskursiv beschäftigt haben, geteilt wird.

172: Insofern stimme ich Don Quijote und Sokrates zu: »Meine Gewissheit ist ein Indiz für die Wahrheit, aber kein Beweis.«

174: Wenn wir Informationen in eine Stoffwechsel-Metapher einbauen, dann entspricht das durch Verwertung von Informationen entstandene Wissen nicht den Exkrementen, sondern zum Beispiel den Muskelbewegungen; denn das ist, was der Körper aus der Verwertung von Nährstoffen zieht.






Fortsetzung folgt.
Jens Jürgen Korff
Oktober 2012
 

Freitag, 26. Juli 2013

Meditation ist Philosophie

Wenn man (= ich) sich mit Philosophie beschäftigt (z. B. in "Philosophie und Wissenschaft" oder "Denken..."), dann stößt man im Rahmen der Kognitionswissenschaft unweigerlich auf das Thema "Meditation". Das hat mit Bewusstsein zu tun, mit der Frage: "Wie ist es, wie fühlt es sich an, ich zu sein? Wie erfahre ich »die Welt da draußen« in mir?"


© Illustration: Joanna Hegemann

Das Streben nach Erkenntnis, aber nicht durch Reflexion und Denken, sondern durch Innenschau und Selbsterfahrung. Als Skeptiker fernab von "Jahrtausende alten fernöstlichen Weisheiten" fasziniert mich das Buch von Ulrich Ott mit dem Titel "Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst".

Die Frage

Auf seiner Website stellte ich ihm folgende Frage:

Ist die von "allen erfahrenen Meditierenden" berichtete Wirkung (z.B. "Einssein" mit Allem) nicht eine Art "selbsterfüllende Prophezeiung", da ihnen ja genau diese Wirkung im Rahmen ihrer Ausbildung vorausgesagt wurde? Gibt es Leute, die in die Meditation ohne jede Zielvorstellung eingeführt wurden ("beobachte doch mal deinen Atem und schaue, was passiert")?

Hier seine Antwort:

Einige positive Wirkungen der Meditation werden sicherlich durch
Wunschdenken und Autosuggestion gefördert (Placebo-Effekt). Bei den
Erfahrungen von Einheit spielen diese Mechanismen aber wahrscheinlich
keine große Rolle - ganz im Gegenteil scheinen alle Erwartungen und
Zielvorstellungen eher zu verhindern, dass solche Erfahrungen eintreten,
weil es ja gerade darum geht, das Ich mit seinen Erwartungen
vorübergehend zu suspendieren. Daher treten diese Erfahrungen eher dann
auf, wenn der Betreffende nicht damit rechnet bzw. die Hoffnung
aufgegeben hat.


Im Bereich Entspannung und Stressbewältigung wird Meditation in der
Regel ohne Hinweis auf mystische Erfahrungen vermittelt. Es wäre
interessant zu wissen, ob und ggf. wie oft diese dann eventuell dennoch
eintreten. Die Übungsdauer ist dort allerdings kurz, und daher werden
vermutlich nur Personen mit einer entsprechenden Neigung zur Versenkung
(Absorptionsfähigkeit) solche Erfahrungen machen.


Vor allem die Befunde zur Wirkung von psychedelischen Substanzen weisen
darauf hin, dass hier ein neurobiologischer Mechanismus ausgelöst wird,
der die Aufspaltung in Ich und Umwelt aufhebt. Bei den Kontrollpersonen
mit Placebo treten solche Erfahrungen nicht in dieser Intensität auf,
wobei sich sehr suggestible und hysterisch veranlagte Personen eventuell
vielleicht auch so in ihre Wunschvorstellung hineinsteigern könnten,
dass sie sich einbilden, mystische Erfahrungen gemacht zu haben. Solange
wir keine neurologische Signatur genuiner mystischer Erfahrungen
bestimmt haben, bleibt die Unterscheidung sehr schwierig, was echt und
was Einbildung ist.


Dass es sich immer um "selbsterfüllende Prophezeiungen" handelt, halte
ich vor diesem Hintergrund für unwahrscheinlich. Wirklich "naive
Probanden", die noch nie etwas von mystischen Erfahrungen gehört haben,
wird es bei den erfahrenen Meditierenden kaum geben. Und alleine durch
etwas Atemachtsamkeit werden solche Erfahrungen wohl nur in seltenen
Fällen ausgelöst werden können.

Nachtrag:

Wer Freude an Querverlinkungen hat, findet Frage und Antwort hier.