Autor

Populäre Sachbücher, Philosophie und Wissenschaft "für jedermann"
Posts mit dem Label Digital werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Digital werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Interview zum Buch "Digital"


Der "Humanistische Pressedienst" hat ein schönes Interview veröffentlicht. Auf der Seite zum "Wissenschaftsjahr 2019" findet sich ebenfalls ein Beitrag dazu: Titel „Künstliche Intelligenz“ – Fluch oder Segen?


Samstag, 21. September 2019

Mittwoch, 14. August 2019

Planwirtschaft durch Big Data


Die NZZ fragt: „Macht uns der Computer zu Kommunisten?“ 



„Die Klassiker der liberalen Ökonomie brachten gegen die Planwirtschaft vor allem einen steuerungstheoretischen Einwand vor: Der Planer verfügt nie über bessere Echtzeitinformationen als der Markt. Der Staat weiss nicht, wie viele Fahrzeuge, Toaster und Türgriffe produziert werden müssen, damit der gegenwärtige Bedarf gedeckt ist. Man müsste Millionen von Gleichungen lösen, um ein makroökonomisches Gleichgewicht zu erhalten. Eine zentrale Planungsbehörde könne nie das gesamte Wissen über die Gesellschaft aggregieren, geschweige denn die Nachfrage nach bestimmten Gütern berechnen. Doch durch die Fortschritte der Informationstechnologie könnte dieses Wissensproblem gelöst werden.“

„Alibaba-Chef Jack Ma ist von der Idee beseelt, dass man mit Big-Data-Analysen die Planungsfehler der Vergangenheit korrigieren und eine Planwirtschaft 2.0 ins Werk setzen könne: «Im Zeitalter der Daten ist es so, als hätten wir ein Röntgengerät und eine Computertomografie-Maschine für die Weltwirtschaft.» Alibaba könnte mit den Daten seiner 500 Millionen Kunden den Prozess der Preisbildung simulieren. Wer interessiert sich für welches Produkt? Wer plant die Anschaffung einer Waschmaschine? In welcher Region steigt die Nachfrage nach Autos? Mit mathematischen Modellen könnte man die Angebots- und Nachfragemenge analog zum Markt am Computer berechnen und eine Art künstlichen Preisbildungsmechanismus entwickeln.“

Lesen Sie den Artikel des Politikwissenschafters und Journalisten Adrian Lobe hier.

Mittwoch, 7. August 2019

KI = "künstliches Bewusstsein"?


Die NZZ bringt ein Interview mit dem britischen Schriftsteller Ian McEwan, der in „Maschinen wieich“ einen Androiden mit Bewusstsein beschrieben hat. Überflüssig zu sagen, dass das auch in „Digital. Wie Computer denken“ umfassend behandelt wird. 


Zwei Zitate:

„Bei öffentlichen Auftritten fragen mich Leute: «Weshalb interessieren Sie sich für Naturwissenschaften?» Die Frage erscheint mir ebenso dumm wie die Frage: «Weshalb interessieren Sie sich für Literatur?» Oder: «Weshalb interessieren Sie sich überhaupt für irgendetwas?»“

„Abgesehen von den grossen Problemen wie Klimawandel und der Möglichkeit eines Nuklearkriegs liegt die grösste Herausforderung meiner Meinung nach jedoch in der Frage: Was geschieht, wenn wir Maschinen herstellen, die intelligenter als wir selbst und die dem Menschen zudem in moralischer Hinsicht überlegen sind? Und was geschieht, wenn diese Maschinen an der nächsten Generation ihrer Konstruktion mitarbeiten und die ganze Sache über unseren Verstand hinauszuwachsen beginnt? Wir werden uns Gewissheit darüber verschaffen müssen, wo wir aufhören und sie beginnen. Aber diese Fragen bleiben vollkommen offen, weil die Vielzahl der Möglichkeiten in mathematischer Hinsicht kolossal ist und unsere Technologien und die Auswirkungen, die sie auf unser Leben haben, eine Komplexität erreicht haben, die Vorhersagen völlig unmöglich macht.“

Und schließlich:
"Wir müssen uns im Klaren darüber sein, wie weit wir die Kontrolle über unser Leben bewahren wollen. Über die Art und Weise, wie wir das Leben für uns selbst beschreiben und welche Rolle die Literatur dabei spielt. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass unsere Existenz von der gewaltigen Revolution, die wir durchleben, nicht mehr getrennt werden kann. Die künstliche Intelligenz ist nur ein Aspekt des gesamten digitalen Augenblicks. Wir hätten uns niemals vorstellen können, welchen Einfluss das Internet auf unsere Politik haben würde. Dass es einen amerikanischen Präsidenten ins Amt heben würde. Wir befinden uns also in einem freien Fall, den wir zum Teil unserer eigenen Cleverness verdanken. Unserer technischen Cleverness, die so viele mögliche Zukünfte erzeugt, dass wir darüber keine Vermutungen mehr anstellen können."



Montag, 22. Juli 2019

Überwachung ... das Neuste

Mein Buch "Digital" ist fast schon veraltet, obwohl es gerade erst erschienen ist. Gesichtserkennung war gestern. Das chinesische Start-up Watrix erkennt jetzt mithilfe künstlicher Intelligenz Personen an ihrer Körperform und ihrem Gang. DER SPIEGEL berichtete darüber. " "Zwei Schritte, und das System hat Sie erkannt!"


Bei einer beliebsten Fernsehshow läuft ein "Turing-Test": Tanzende Zwillings- bis Vierlingspärchen müssen von Menschen und der AI unterschieden werden. Wer siegte? Natürlich, die KI!! "Die Technologie wird China zum Besseren verändern!", sagt ein Firmensprecher von Watrix. Bis zum Jahr 2020 sollen 600 Millionen Überwachungskameras installiert sein. Sicherheit geht vor Privatsphäre!


Mittwoch, 17. Juli 2019

Wer ist Margaret Hamilton?


Mein Buch „Digital“ ist im Druck und kommt bald auf den Markt. Ich muss gestehen: Margaret Hamilton habe ich nicht darin erwähnt. Neben Ada Lovelace (die von einigen Historikern als „die erste Person, die als Programmierer bezeichnet werden kann“ angesehen wird) war sie eine der wenigen Frauen im IT-Geschäft, die bekannt geworden sind. Sie war die Chefin der 24-köpfigen Truppe, die den (aus heutiger Sicht vorsintflutlichen) Code für die Apollo-11-Mondlandung schrieb). Die NZZ hat einen langen lesenswerten Artikel darüber geschrieben („Was die Software von Apollo 11 über die Programmiererin hinter derMondmission verrät“).

Margaret Hamilton steht neben Ausdrucken der Apollo-Flugsoftware.

Auch im Fachblatt WIRED steht ein Artikel über sie.


Donnerstag, 27. Juni 2019

KI und der "Hurrikan von Widersprüchen"


Ian McEwan schreibt in seinem Roman „Maschinen wie ich“ über einen der ersten Androiden, menschenähnlichen Robotern mit „künstlicher Intelligenz“:

"Wir erschaffen Maschinen mit Intelligenz und Bewusstsein und stoßen sie hinaus in unsere unvollkommene Welt. Sie sind nach rationalen Grundsätzen geschaffen, anderen Menschen gegenüber positiv eingestellt, und nun wird ihr Verstand von einem Hurrikan von Widersprüchen erfasst. Wir selbst haben damit zu leben gelernt, und die Liste ödet uns an: Millionen sterben an Krankheiten, die wir heilen können. Millionen leben in Armut, obwohl es genug für alle gibt. Wir zerstören unsere Biosphäre, obwohl wir wissen, dass sie unsere einzige Heimat ist. Wir bedrohen uns gegenseitig mit Atomwaffen, auch wenn wir wissen, wohin das führen kann. Wir lieben Lebendiges, lassen aber massenhaftes Artensterben zu. Und dann der ganze Rest – Genozid, Folter, Versklavung, häus‌liche Gewalt bis hin zum Mord, Kindesmissbrauch, Schießereien in Schulen, Vergewaltigungen, tagtäg‌lich eine schier endlose Zahl skandalöser Greueltaten. Wir leben mit all diesen Grausamkeiten und sind nicht mal erstaunt, wenn wir trotzdem unser Glück, sogar die Liebe finden. Künst‌liche Intelligenzen sind da weniger gut geschützt."

Sonntag, 16. Juni 2019

Amazon verkauft auch Bücher


BBC NEWS berichtet über "Amazon's next big thing"

"Ich sehe Amazon als ein Technologieunternehmen, das gerade erst im Einzelhandel tätig war", beginnt Werner Vogels, Chief Technology Officer von Amazon.
Nur "sterbliche Menschen", sagt er mir in einem Interview, sahen Amazon jemals als reinen Einzelhändler. Die Frage ist also jetzt: Was wird Amazon als nächstes tun? Und sind bloße Sterbliche bereit dafür?
Die jüngste Re:Mars-Veranstaltung in Las Vegas zeigte deutlich - durch Präsentationen über Maschinenlernen, Robotik und Raumfahrt -, dass sich das Unternehmen in einer Übergangsphase befindet, die bei Erfolg seine Beziehung zur Öffentlichkeit neu definieren wird.
Die unglaublichen, hochentwickelten Systeme von Amazon werden nicht mehr nur für gute Geschäfte, schnelle Lieferzeiten oder billigen Webspeicher verwendet. Seine großen Datenkapazitäten sind heute das Werkzeug der Polizei und vielleicht bald auch des Militärs. In der Unternehmenswelt positioniert sich Amazon als das "Gehirn" hinter fast allem.
"Es gibt nur eine Reihe von Problemen, für die man neue Algorithmen entwickeln muss", sagt Herr Vogels und schlägt für alles andere vor, dass Unternehmen Amazon einfach nutzen sollten.
"Der Einsatz von Maschinenlernen wird stark explodieren, wenn es jeder kann."
Unter den Tools, die Amazon anbietet, ist das Bilderkennungsprodukt von Amazon das umstrittenste. Gegen eine Minutengebühr von wenigen Pence kann Amazon Rekognition Videomaterial scannen und z.B. die Gesichter von Personen erfassen, die dann in der Datenbank eines Kunden überprüft werden können.
Bürgerrechtsgruppen haben sie als "vielleicht die gefährlichste Überwachungstechnologie aller Zeiten" bezeichnet und Amazon aufgefordert, den Verkauf an Regierungsbehörden, insbesondere Polizeikräfte, einzustellen. Stadtaufseher in San Francisco haben die Verwendung verboten und sagten, dass die Software nicht nur aufdringlich, sondern auch voreingenommen ist - sie ist besser in der Erkennung von Weißen als von Schwarzen und Asiaten.
Herr Vogels glaubt nicht, dass es in der Verantwortung von Amazon liegt, dafür zu sorgen, dass Rekognition korrekt oder in ethischer Weise eingesetzt wird.
"Das ist nicht meine Entscheidung", sagt er mir.
"Diese Technologie wird an vielen Stellen für immer genutzt. Es liegt in der Verantwortung der Gesellschaft, tatsächlich zu entscheiden, welche Technologie unter welchen Bedingungen einsetzbar ist."
"Es ist ein gesellschaftlicher Diskurs und eine Entscheidung - und Politikgestaltung -, die passieren muss, um zu entscheiden, wo man Technologien anwenden kann."
Er vergleicht ML (Maschinenlernen) und KI mit Stahlwerken. Manchmal wird Stahl verwendet, um Inkubatoren für Babys herzustellen, sagt er, aber manchmal wird Stahl verwendet, um Waffen herzustellen.

Das alte Märchen von der ethischen Neutralität von Technik. Mein Buch "Digital" nimmt auch dieses Argument auseinander.

Die eBook-Version des Titels ist in Kürze verfügbar. Erscheinungstermin: 12. August 2019


Samstag, 15. Juni 2019

Wenn (man) frau "Mutale Nkonde" heißt ...

... hat man es schon schwer, eine Wohnung zu bekommen.


Erst recht mit diesem Passbild:
Doch nicht nur Menschen haben rassistische Vorurteile, sondern auch Algorithmen. Die Forscherin Mutale Nkonde, derzeit Fellow am New Yorker Forschungsinstitut Data & Society, kämpft mit ihrem Projekt "Racial Literacy in Tech" zusammen mit anderen Wissenschaftlern gegen Rassismus, der durch Algorithmen und andere Technologien verstärkt wird. Das berichtet SPIEGEL online.

"Gesichtserkennungsalgorithmen sind darauf trainiert, weiße Gesichter zu erkennen, Flughafen-Scanner verstehen schwarze Frisuren nicht, Kreditwürdigkeits-Scores sind mit rassistisch getrennten Nachbarschaften korreliert und Daten für das Predictive Policing (vorausschauende Polizeiarbeit) werden von rassistischen Vorurteilen geplagt", heißt es in ihrem es in ihrem Forschungsbericht "Advancing Racial Literacy in Tech".

Wird KI auf diese Weise "menschlich"?

San Francisco, nebenbei, will Gesichtserkennung im öffentlichen Raum verbieten. Viele Städte in den USA wollen folgen.

Sonntag, 9. Juni 2019

Wie Digitalisierung das Klima belastet


Hinter scheinbar virtuellen Produkten und Dienstleistungen stecken aufwendige Infrastrukturen. Gegen den allgemeinen Trend nimmt der Energieverbrauch durch digitale Technologien deshalb immer weiter zu.

Sie verzichten auf Flugreisen, weil Sie etwas für das Klima tun wollen? Hören Sie lieber auf, sich ständig Videos auf YouTube anzuschauen.

Diese Empfehlung ist in mehrerlei Hinsicht nicht ganz korrekt, hat aber einen wahren Kern: Laut einer neuen Studie des französischen Think-Tanks The Shift Project ist der Digitalsektor für einen rapide wachsenden Anteil der weltweiten Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich. Und anders als in der Wirtschaft insgesamt, deren Energieintensität im weltweiten Durchschnitt abnimmt, erhöht sie sich bei Information und Kommunikation (IuK) weiter deutlich.


Mittwoch, 5. Juni 2019

Leckerbissen aus "Digital" (3)


In „Digital - Wie Computer denken“ finden Sie im Kapitel "Datenmodellierung" folgende Kostprobe:

Was wir als Attribut, als Eigenschaft einer Person ansehen – Schönheit, Charme,  Klugheit,  Vertrauenswürdigkeit  –  muss,  wenn  wir  es  im  Computer  speichern  wollen,  quantifiziert werden,  zum  Beispiel  auf  einer  Skala von  1  bis  10. Vielleicht  aber  auch  nur  mit  1  oder  0  –  „vorhanden“  oder „nicht vorhanden“. Digitalisiert im wahrsten Sinn des Wortes, in eine Zahl verwandelt.  Es  sind  nicht  „echte“  Eigenschaften,  die  die  IT-Leute interessieren,  sondern  ihre  „Datenschatten“.  Schönheit  wird  digitalisiert:  Kim Jong-un  bekommt  den  Wert  3,  Marylin  Monroe  9.  Oder  auch  nur  ein Bit,  0=„unschön“  und  1=„schön“.  Die  Schufa  stuft  Ihre  Kreditwürdigkeit auf miese 85,78 % ein, aber Ihr Freund hält Sie für 100 % verlässlich und  würde  Ihnen  bedenkenlos  größere  Summen  leihen.  So  können  Algorithmen (aber auch menschliche Fehler bei der Eingabe) die im Computer abgebildete Wirklichkeit verändern. Und die Bilder der Eigenschaften, die sich in den Köpfen der Menschen unterschiedlich gebildet haben, sind zu reinen Zahlen verdorrt.

 




Sonntag, 2. Juni 2019

Samstag, 1. Juni 2019

Leckerbissen aus "Digital"

„Digital- Wie Computer denken“ enthält nicht nur Technisches. Auch kleine Leckerbissen gehören dazu:

(auch der Beitrag vom 30. Mai war ja zur Auflockerung gedacht)